Familienanimationsprogramm

Es braucht nur eine winzig kleine Maus, die dabei beobachtet wird, wie sie von der Terrasse ins Wohnzimmer rennt, um eine komplette Familie auf Trab zu halten.
4 Personen ein Jagdhund und ein nichtsnutziger Dalmatiner waren für den Rest des Abends beschäftigt. Wobei es unserem Dalmi hauptsächlich darum ging, irgendwo ganz weit nach oben aufs Sofa zu sitzen und ängstlich den Boden zu beobachten. Das kleine graue Ding könnte ja beißen. Kennt man ja so von Mäusen, die jagen hauptsächlich große schwarzgetupfte Vierbeiner…
Als wir das Wohnzimmer dann fast komplett ausgeräumt hatten und gerade dabei waren den Schrank auch noch auseinander zu nehmen, haben wir sie entdeckt. Da saß sie. Im Eck. Eingekesselt! Wie gesagt, 4 Leute plus ein Jagdhund und genau 2 Richtungen, die die Maus hinterm Schrank einschlagen konnte. Sie war in der Falle.
In meiner Funktion als Heerführer und oberster Mäusejagdorganisator habe ich meine Mitstreiter um den Schrank postiert, um die Fluchtwege abzuschneiden und unserem kleinen Foxterrier mit der Taschenlampe den Weg gewiesen. Gerade als sie mit der Nase schon fast gegen die Maus gestoßen sein musste, rannte diese los. Direkt meiner mit einem Quellekatalog (was um Himmels Willen wollte sie damit?) bewaffneten Mum in die Arme – das heißt, eigentlich eher über die Füße, was diese wiederum mit einem ultraschallnahen Schrei quittierte und dabei fast meiner Schwester auf den Arm gesprungen ist.
Weg war die Maus. Das darf doch nicht wahr sein.
Was dann folgte war eine 30minütige Suchaktion. Da war sie wieder. Vorbei am Schuh meines auf dem Boden knienden und in dem Moment irgendwie regungslosen Vaters – Spötter sollten es später als Angststarre bezeichnen – einmal quer durchs Zimmer. Das kleine Ding wurde immer mutiger und frecher. Oder sie hatte mittlerweile einfach kapiert, dass sie hier nicht wirklich viel zu befürchten hatte.
Irgendwann muss sie sich in der Folgezeit dann freiwillig abgesetzt haben, während ich gerade dabei war den Schrank komplett auseinander zu nehmen, da der Eindringling laut glaubwürdig vorgetragenen Augenzeugenberichten aus meinem nähesten familiären Umfeld da “tausendprozentig darunter sitzt”. Auch unser Foxterrier hatte durch das wilde Gescharre an der Schrankblende diese Aussage gestützt. Tja, ihr hättet mal die Blicke sehen sollen (sowohl Mensch als auch Hund) als am Ende hinter der Blende nur eine weitere Blende war, die es niemals zugelassen hätte, dass da auch nur eine Milbe irgendwo hätte einsteigen können. Ich war bedient!
Naja, wenn die Schränke schon mal abgebaut waren, der Teppich zusammengerollt in der Ecke lag und das Sofa in seine Einzelteile zerlegt im Nebenraum stand, haben wir immerhin das Wohnzimmer mal wieder gründlich reinigen können. Man soll die Feste ja bekanntlich feiern, wie sie fallen. Gegen kurz nach 11 blitzte und funkelte der Raum bis ins letzte Eck. Aber die Maus wurde an diesem Abend nicht mehr gesehen. Sie saß wahrscheinlich schon lange wieder draußen unter der Terrassentür und hat uns alle ausgelacht…
Blogshox

Waaaaah, ich kann nicht mehr.


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