Minimalismus in Reinform

Was ist eigentlich noch einmal die Aufgabe eines Handys? Richtig – man sollte damit telefonieren können.
Viel mehr kann man mit einem Motofon F3 von Motorola auch wirklich nicht. Die Liste der Features umfasst noch die Möglichkeit – wenn auch nur eingeschränkt – SMS zu verfassen und zu empfangen, es gibt eine Weckfunktion, ein Telefonbuch und man kann sich die Uhrzeit anzeigen lassen. “Musikalisch” wird dies alles von 7 verschiedenen polyphonen Klingeltönen untermalt und einer männlichen Stimme, die auf Wunsch per Sprache durch das Menü führt.
Das war es dann aber auch schon.
Integrierter Musikplayer? Wieso? Ich habe doch meinen iPod. Integrierte Kamera? Dafür habe ich meine Digicam, die ihre Aufgaben deutlich besser löst als ein Handy.
Nach dem Einschalten der erste kulturelle Schock. Wo sind die Farben? Und was ist das für eine Auflösung? Das sieht ja ähnlich aus, wie das Display meines Taschenrechners? Bingo! Ein monochromes Display erzeugt ein zwar auf den ersten Blick “altbackenes” Bild, was sich jedoch aus nahezu jedem Blickwinkel und bei jeder Sonneneinstrahlung ausgezeichnet ablesen lässt. Nebenbei führt der Verzicht auf Farbdisplay zu einer deutlich längeren Akkulaufzeit.
Auch ansonsten weiß das Telefon wirklich zu überzeugen. Das Menü hat eine sehr flache Struktur, was natürlich auch am Funktionsumfang liegen dürfte. Dadurch bleibt alles kinderleicht zu bedienen.
Abstriche bei der SMS Funktion sind wohl dem Display zuzuschreiben. Es macht einfach wenig Spaß, wenn man maximal 6 Buchstaben zeitgleich aufs Display bekommt und artet beim Lesen einer SMS in ein Dauerklicken aus, um von Wort zu Wort zu springen. Außerdem fehlen mir elementare Sonderzeichen wie “.” und “!”. Diese kann das Display schlicht und einfach nicht darstellen.

Mein Fazit also:
Geniales Telefon – aber eben auch nur als Telefon. Optisch wirklich sehr schick, leicht, schlanke Bauform und guter Druckpunkt der Tasten. Auch die Verarbeitung macht einen sehr soliden Eindruck. Leider aufgrund des Displays für SMS Junkies und auch Gelegenheitsschreiberlinge meiner Meinung nach nicht wirklich geeignet. Schade. Fast wäre ich schwach geworden. Aber vielleicht wird dieser Kritikpunkt mit einem Nachfolger ausgebessert.
So lange darf meine Oma mal testen, wie seniorentauglich es ist. Hier dürfte das Display durch die riesigen Zahlen und Buchstaben auch zum großen Pluspunkt werden. Gemeinsam mit der gesprochenen Menüführung und der flachen Menüstruktur sicher ideal.
Blogshox

