Outsourcing-Wahn

Heute hat mich beim Besuch des Kreditinstituts meines Vertrauens fast der Schlag getroffen, als ich mit einem kleinen Beutel voller Kupfermünzen am Schalter auftauchte.
Nicht nur, dass man hier sowieso schon als ewig Gestriger gilt, wenn man den Service einer persönlichen Bedienung durch einen Menschen in Anspruch nimmt, anstatt sich mit einem Automaten abzumühen, der nach jedem Arbeitsvorgang die Karte wieder auswirft und einen von vorne beginnen lässt – nein, die Dame am Schalter erklärte mir, dass sie mir mein Geld weder wechseln, noch gleich gutschreiben könnte, da es zum Zählen erst eingeschickt werden müsste. Eingeschickt? Bitte wie? Ja, ihr habt richtig gelesen.
Die schicken tatsächlich das Geld zum Zählen irgendwohin.
Ich stelle mir das am Weltspartag toll vor, wenn man kleinen Kindern erklären muss, warum das Geld plötzlich nicht mehr direkt aufs Sparbuch kommt, sondern erst in einen durchsichtigen Plastikbeutel geleert wird, der dann was weiß ich wohin geschickt wird. Wo sind die ganzen alten Zählmaschinen, die immer so schön gerattert haben?
Und was passiert eigentlich wenn so ein Beutel verschwindet oder kaputt geht? Ich habe ja nur die Quittung auf der steht, dass ich einen Beutel mit der Nummer XY befüllt habe. Woher wollen die dann wissen, was da drin war? Manchmal machen mir die neuen Entwicklungen doch irgendwie Angst…
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